Hier gibt‘s Tipps für Notfälle, aber auch für den Alltag.
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Das „angemessene“ Rad richtig kaufen

In den meisten Fällen kann ein Laie die Qualität eines Fahrrads nur schwer beurteilen. Ein guter Fahrradhändler erkundigt sich deshalb zunächst, für welche Strecken das Rad gebraucht wird, bevor er ein bestimmtes Rad empfiehlt. Außerdem bittet er den Käufer, nach ein bis zwei Monaten eine Inspektion durchführen zu lassen. Bemsen und Schaltung müssen nach dieser Zeit überprüft und ggf. nachgestellt werden. Dieser Service ist in der Regel kostenlos!

Gute Räder gibt es in verschiedenen Größen. Variiert wird vor allem die Rahmenhöhe, das ist der Abstand zwischen Tretlagerachse und Oberkante des Sattelrohres. Die Sattelstütze selbst wird nicht mitgerechnet. Gerade bei einem Fahrrad mit Oberrohr ist es wichtig, dass der Rahmen nicht zu groß ist.

Die richtige Rahmenhöhe ermitteln Sie, indem Sie von Ihrer Schrittlänge (Innenlänge des Beins) 28 cm abziehen. Weil neben der Beinlänge auch Ihre Körpergröße, die Armlänge, die Wahl des Sattels und die grundsätzliche Rahmengeometrie eine Rolle spielen, sollten Sie mit dem ermittelten Wert nicht allzu dogmatisch umgehen.
Die optimale Rahmenhöhe unter Berücksichtigung aller Faktoren kann durchaus um rund 3 cm nach unten (oder oben) abweichen. Die Laufräder von modernen Trecking-Rädern sind meist 28 Zoll groß, das entspricht (ohne Bereifung) einem Durchmesser von 622 mm. Gerade für kleinere Menschen kann ein 26-Zoll-Rad (559 mm) das passendere sein.

Die richtige Einstellung

Sattelhöhe
Die Ferse des ausgestreckten Beins erreicht – ohne Beckenkippen – gerade das untere Pedal.

Position Sattel/Tretlager
Ein Lot (Faden mit kleinem Gewicht) wird von der Sattelspitze gefällt. Es sollte 5 bis 6 cm hinter der Tretlagerachse pendeln.

Sattelneigung
Normal ist die waagerechte Position, jede Abweichung ist erlaubt, wenn es bequem ist.

Abstand Sattel/Lenker
Wenn der Ellenbogen vor der Sattelstütze liegt, sollen die Fingerspitzen gerade den Lenker erreichen.

Lenkerhöhe
Entspricht üblicherweise der Sattelhöhe.

Das richtige Verhalten

Bei Rückenproblemen
Versuchen Sie, aufrechter zu sitzen, indem Sie den Lenker höher stellen und den Abstand zwischen Sattel und Lenker verkürzen. Eventuell müssen Sie dazu den Lenkervorbau austauschen.

Bei Knieproblemen
Probieren Sie es vorsichtig mit einem etwas höher eingestellten Sattel.

Bei sportlichen Ambitionen
Vergrößern Sie den Abstand zwischen Sattel und Lenker und neigen Sie die Sitzfläche leicht nach vorn. Diese Haltung ist aerodynamischer. Außerdem kann im Wiegetritt die Kraft besser aus dem Rücken auf die Pedale übertragen werden.

Das Fahrrad und seine Ausrüstung

  • 9. Nabe
  • 10. Schaltwerk
  • 11. Kette
  • 12. Kettenradgarnitur mit Innenlager
  • 13. Pedale
  • 14. Reifen mit Schlauch
  • 15. Felge
  • 16. Speichennippel
  • 17. Speiche
  • 18. Zahnkränze/Ritzel
  • 19. Sattelstütze
  • 20. Sattel
  • 21. Gepäckträger
  • 22. Schutzblech
  • 23. Beleuchtung vorn
  • 24. Beleuchtung hinten
  • 25. Speichen-Reflektoren

Was tun, wenn?

das Licht kaputt ist?
Häufige Ursachen: Ein Kabel ist zerrissen oder lose, die Glühlampe durchgebrannt (Sichtprüfung: Glühdraht o.k.? Oder an 4,5 Volt-Flachbatterie checken), die Leuchte hat keinen Masse-Anschluss (Wackeln) oder es gibt einen Kurzschluss zwischen Kabel und Rahmen (Kennzeichen: vorne und hinten kein Licht). Einer der zwei Drähte des Stromkreises ist beim Fahrrad der Rahmen („Masse“).
Achten Sie deshalb auf gute Schraubverbindungen besonders am Dynamo, an den Schutzblechen und am Rücklicht.

mit dem Tretlager etwas nicht stimmt?
Sofort reparieren oder nachstellen, sonst geht‘s erst richtig kaputt! Mit Keilen befestigte Tretkurbeln wackeln oft auf der Achse (Keil nachschlagen oder erneuern) oder das ganze Lager hat Spiel (kann wie fast jedes Lager am Fahrrad nachgestellt werden). Prinzip: Äußere Kontermutter lösen, Konus nachziehen und mit Konusschlüssel halten, Kontermutter wieder festziehen.

eine Acht im Rad ist?
Falls das Rad blockiert, können Sie im Notfall versuchen, es mit dem Knie und zwei kräftigen Armen wieder zu richten. Reicht jedoch allenfalls, um ganz langsam und vorsichtig nach Hause zu radeln. Das Zentrieren eines Laufrades durch Lösen und Spannen der Speichen erfordert die Erfahrung des Fachmanns!

Der richtige Helm

Wenn Radfahrer oder Skater in einen Unfall verwickelt werden, dann hat das schwerwiegende Folgen. Denn ihnen fehlt die schützende Knautschzone, die im Falle eines Zusammenstoßes die Wucht des Aufpralls abfängt. Der Kopf ist bei Unfällen besonders gefährdet. Bei Radfahrern sind ein Großteil der tödlichen Verletzungen Kopfverletzungen. Dagegen gibt es nur einen wirksamen Schutz: den Helm!

Ein Fahrradhelm besteht aus einer schützenden Hartschaumschicht aus Polystyrol (PS) oder Polypropylen (PP). Es gibt drei Helmarten, die sich durch ihre äußere Schale unterscheiden:

Hardshell-Helme mit einer zusätzlichen Kunststoffschale (relativ schwer)

Microshell-Helme mit einer dünnen, aber festen Schale

Softshell-Helme mit elastischem Überzug (leicht und preiswert)

Jeder gute Helm hat eine zwei Zentimeter dicke Schicht, die den Aufprall dämpft, z.B. aus Styropor (Softshell). Bei einigen Helmen wird die Schaumschicht durch eine 2 bis 3 mm starke Außenschale aus Kunststoff (Hardshell) verstärkt. Sie verteilt die Aufschlagkraft auf eine größere Fläche und schützt vor dem Durchdringen spitzer Gegenstände. Die Außenschale wird bei neueren Modellen zunehmend dünner (Microshell) und reduziert dadurch das Helmgewicht; das hat aber auf die Stabilität keinen Einfluss. Die Helme wiegen in der Regel zwischen 200 und 450 Gramm.

Typische Verhaltens-/Gefahrensituationen

Kommunikation unter allen Verkehrsbeteiligten
Die Verkehrsteilnehmer müssen sich untereinander verständigen. Die Hand ist des Radfahrers Blinker, mit der er auf einen Richtungswechsel hinweist. Das wird von Autofahren oft übersehen. Deshalb ist es empfehlenswert, zusätzlichen Blickkontakt aufzunehmen, um sich zu vergewissern, dass der Autofahrer das Signal registriert hat.

Rechts ist richtig
Radwege dürfen nur in der vorgeschriebenen Fahrtrichtung benutzt werden. Autofahrer rechnen selten mit Falschfahrern. Abgesehen davon kann es zu gefährlichen Zusamenstößen mit anderen Radfahrern kommen, da die Wege meist zu eng für Gegenverkehr sind.
Vorfahrt & Vorschriften beachten
Stoppschilder und rote Ampeln gelten auch für Fahrradfahrer. Abgesehen von der Lebensgefahr, in die man sich bei Nichtbeachtung begibt, gelten hier ebenso wie für Autofahrer die gesetzlichen Vorschriften UND Strafen!

Geschwindigkeit runter
Kraftfahrer unterschätzen häufig die Geschwindigkeit von Radfahrern. Das kann besonders an Kreuzungen, bei rechts abbiegenden Kraftfahrern, zu sehr gefährlichen Situationen führen. Deshalb ist hier Bremsen angesagt und, wenn möglich, die Kommunikation mit dem Autofahrer zu suchen.

Keine Ladung am Lenker
Ist generell immer gefählich, behindert beim Lenken und verlagert das Gewicht unnatürlich.
Professionelle Transportvorrichtungen müssen nicht teuer sein, nehmen wesentlich mehr Volumen auf, verteilen das Gewicht auf dem Fahrrad optimal und wirken sich nicht behindernd auf Auf- und Abstieg aus.

Der tote Winkel
Zum Linksabbiegen sollte, wenn es irgendwie möglich ist, immer ein Radweg benutzt werden. Es gibt aber leider viele Straßenvoraussetzungen, die das nicht hergeben. Hier ist allerhöchste Vorsicht geboten! Nähern Sie sich dem Kraftfahrer von links immer langsam und vorsichtig. Der Fahrradfahrer gerät zwangsläufig in den sogenannten toten Winkel, der ihn im Sichtbereich des PKW unsichtbar macht.
Sicherer ist es, hinter dem Fahrzeug zurückzubleiben oder die Kommunikation mit anderen Fahrzeugführern zu suchen.